
Elf Tage Sonne, Meer und gemeinsame Erlebnisse: Für vier Bewohner des Franziskushauses, einer Außenwohngruppe des St. Josef-Haus Liesborn, war die Reise nach Teneriffa weit mehr als eine gewöhnliche Urlaubsfahrt. Gemeinsam mit der Wohngruppenleitung Tamy Rotherham und der Studentin für Soziale Arbeit Vanessa Heidebrecht erfüllte sich für sie ein lang gehegter Wunsch.
Eine Flugreise gehört für viele Menschen zum Alltag. Für Menschen, die in einer besonderen Wohnform leben, ist sie jedoch mit deutlich mehr Planung verbunden und deshalb keine Selbstverständlichkeit. Umso größer war die Freude, als die Reise schließlich Wirklichkeit wurde.
Bereits seit mehreren Jahren hatten sich die Bewohner eine gemeinsame Flugreise gewünscht. Nach früheren Aufenthalten auf Mallorca verhinderten zunächst die Corona-Pandemie und später finanzielle Herausforderungen weitere Reisepläne. Der Wunsch blieb jedoch bestehen und führte schließlich nach Teneriffa.
Die Insel bot zahlreiche Möglichkeiten, gemeinsam Neues zu entdecken. Mit einem Mietwagen erkundete die Gruppe verschiedene Sehenswürdigkeiten, darunter den Teide, den Loro Parque, den Monkey Park sowie mehrere Küstenorte und Buchten.
Besonderen Wert legten die Organisatoren darauf, dass die Bewohner die Reise aktiv mitgestalten konnten. Jeder hatte die Möglichkeit, eigene Wünsche einzubringen. So standen unter anderem eine Bootstour zur Delfinbeobachtung, Schnorcheln, Go-Kart-Fahren, Besuche regionaler Märkte sowie entspannte Stunden am Meer auf dem Programm. Auch Spaziergänge entlang der Promenade, gemeinsame Abende in Playa de las Américas und der Besuch des Playa de las Teresitas zählten zu den Höhepunkten der Reise.
Die Ferienfreizeit bot den Bewohnern die Gelegenheit, neue Erfahrungen zu sammeln und ihren Alltag für einige Zeit hinter sich zu lassen. Viele Situationen mussten gemeinsam gemeistert werden, vom Flug über Ausflüge bis hin zu alltäglichen Entscheidungen vor Ort. Dadurch konnten die Teilnehmer ihre Selbstständigkeit stärken und neue Sicherheit gewinnen.
Gleichzeitig förderte die gemeinsame Zeit das Miteinander innerhalb der Wohngruppe. Gemeinsame Erlebnisse, Gespräche und Ausflüge schufen Erinnerungen, die weit über die Reise hinaus Bestand haben werden.
Die Vorbereitung einer solchen Ferienfreizeit erfordert einen erheblichen organisatorischen Aufwand. Neben der Reiseplanung müssen medizinische, rechtliche und persönliche Voraussetzungen berücksichtigt werden. Unterstützt wurde das Vorhaben von zahlreichen Mitarbeitenden des Franziskushauses, sowie der Gesamteinrichtung, die die erforderlichen personellen Ressourcen bereitstellte.
Die elf Tage auf Teneriffa zeigen, welchen Wert Urlaubsangebote für Menschen in besonderen Wohnformen haben. Sie ermöglichen gesellschaftliche Teilhabe, fördern Selbstbestimmung und schaffen Erlebnisse, die für viele selbstverständlich erscheinen, für die Bewohner des Franziskushauses jedoch eine besondere Bedeutung besitzen.
Für alle Beteiligten bleibt die Reise deshalb weit mehr als eine schöne Erinnerung. Sie ist ein Beispiel dafür, wie Inklusion im Alltag gelingen kann, wenn Menschen die Möglichkeit erhalten, ihre Wünsche zu verwirklichen und die Welt selbst zu entdecken.